Oberalfingen

Hubertuskapelle

von August Steidle

Unser schmuckes Gotteshaus in Oberalfingen konnte im Jahr 2014 auf sein 275-jähriges Bestehen zurückblicken.

Es war nicht die 1. Kapelle in Oberalfingen. Die Schlosskapelle beim Schlösslein Hohenalfingen, die dem Hl. Georg und der Hl. Katharina geweiht war, zerfiel im 17. Jahrhundert. Daneben gab es unten im Dorf eine wahrscheinlich 1414 erbaute Kapelle, deren Entstehung aber urkundlich nicht nachweisbar ist. Diese Kapelle stand jedoch 1660 bereits nicht mehr, da damals 20 Einwohner Oberalfingens den Propst Johannes Christoph III. von Freiburg baten, eine dem Hl. Roberti geweihte Kirche bauen zu dürfen. Dies wurde aber abgelehnt. In den folgenden 75 Jahren geschah nichts. Nachdem eine nach der anderen in Ellwangen vorgelegte Eingabe vorgelegt wurde, erhielten die Oberalfinger 1735 nach langem hin und her vom Kurfürsten von Ellwangen und vom Ordinariat der Diözese Augsburg, zu der unsere Gegend damals zählte, die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle unter der Bedingung, dass die Ausgaben 750 Gulden nicht übersteigen. Pfarrer Geiger von Hofen, unter dessen Regie die Kapelle erbaut wurde, gab dazu 300 Gulden, die Oberalfinger hatten den Platz zur Verfügung zu stellen. Die Kosten beliefen sich letztendlich jedoch auf 838 Gulden, so dass die Bevölkerung für die Überschreitung aufkommen musste. Arnold Friedrich Prahl, Stadt- und Landbaumeister der Fürstpropstei Ellwangen (1709-1785) und Schüler des Kurfürstlich Mainzischen Hofarchitekten Maximilian von Welsch und später in Diensten des Grafen von Schönborn baute 1738 die Kapelle als Rundbau und fügte sie harmonisch in die Umgebung des Dorfes ein. Am 7. April 1739 wurde die Kapelle dem heiligen Hubertus geweiht.

Größere Renovierungen fanden 1904 und nach dem zweiten Weltkrieg sowie in den Jahren 1969/1970 statt. 1989 erhielt die Kapelle aus dem Festerlös der 250-Jahr-Feier einen Zelebrationsaltar mit Ambo und 2001 eine von den damaligen Oberalfinger Maibaumfreunden (Oberalfinger Frauen) gespendete elektrische Orgel. Die Kapelle wurde in den Jahren 2004 und 2005 außen und innen noch einmal mit einem Kostenaufwand von 144.921,53 € und mit Hilfe der großzügigen finanziellen Unterstützung der Bevölkerung grundlegend renoviert. Die reiche Altarausstattung und die machtvollen Säulen verleihen dem barocken Kleinod eine gehobene Feierlichkeit. Das Gemälde des Hauptaltars zeigt die Hubertuslegende: verwundet kniet er vor der Erscheinung des Hirsches mit strahlendem Kreuz zwischen dem Geweih, ein Krieger mit Pferd und Hund, der Helm neben ihm. Über dem Altarbild ist das Wappen des Grafen und Fürstprobsten Franz Georg von Schönborn (1682-1756), der von 1732 - 1756 Fürstprobst in Ellwangen war, angebracht. Der rechte Seitenaltar stellt das Bild vom Hl. Johannes Nepomuk dar, gestiftet von Pfarrer Johann Ulrich Geiger. Am unteren Bildrand ist der Sturz des Heiligen über die Prager Moldaubrücke abgebildet. Der Maler war Geiger von Ellwangen. Der linke Seitenaltar zeigt die Mater dolorosa. Aus dem Kreuzesstamm wächst ein Apfelbaum mit Früchten. Unter der schmerzhaften Mutter ist das Fegfeuer dargestellt. Das Deckengemälde zeigt die 14 Nothelfer, gemalt von Schrayvogel aus Rottenburg. An der Brüstung der Empore sind die heiligen Apostel zu sehen.