Attenhofen

Josefskapelle

von August Steidle

Die im Jahre 1875 erbaute gotische Kapelle wurde 1969 einer großen Außen- und Innenrenovation unterzogen. Bei den Arbeiten an den Fundamenten sind die freiwilligen Bauhelfer auf eine rundum verschweißtes Bleigehäuse gestoßen, in dem die Stiftungsurkunde, Fruchtarten und Münzen aus dem Jahre 1875 enthielt.

Die Stiftungsurkunde hatte folgenden Inhalt:

Stiftungsurkunde zur Grundsteinlegung der neuen Kapelle zum heiligen Josef in Attenhofen

Am 9. Juni wurde zur Erhebung unseres katholischen Glaubens und zur Freude der Einwohner Attenhofens durch Maurermeister Josef Rieger aus Attenhofen der Grundstein zur neuen Kapelle gelegt, welche zur Ehren des hl. Josef als besonderen Schutzpatron für die Gemeinde Attenhofen erbaut werden soll. Am 9. Juni des Jahres wurde der Grundstein der Kapelle von Pfarrer Beck in Hofen unter Assistenz des Herrn Feldpaters Pröbßer auf feierliche Weise eingeweiht.

Zur Erbauung dieser neuen Kapelle stiftete die unermüdliche Wohlthäterin Maria Anna Kurz aus Attenhofen ein Kapital von 1.000 Gulden: Werth nach dem neuesten Reichsgeld 1.714 Mark und 29 Pfennige. Als gleich große Wohlthäterin betheiligte sich die Wittwe Maria Anna Meier von den Goldshöfen, die ihren Wohnsitz nach Attenhofen verlegt hat, indem sie den großen Bauplatz zur Erbauung der Kapelle unentgeldlich abgab und dazu ein Baukapital von 200 Gulden nach neuester Reichswährung 342 Mark und 86 Pfennige stiftete zur ferneren Erhaltung der Kapelle.

Die Bürger und Insassen von Attenhofen gaben zur Erreichung des Ziels milde Beiträge, einige in größerem Maaße; besonders muß rühmlich hervorgehoben werden, daß Maurermeister Rieger aus Attenhofen, der Baumeister dieser Kapelle sehr große Opfer brachte, die dankbar anzuerkennen sind. Möge der hl. Josef, der künftige Schutzpatron dieser Kapelle und der Gemeinde Attenhofen, allen Wohlthätern den reichlichsten Segen für Leib und Seele von Gott erbitten, der ja auch das kleinste Werk, das zu seiner Verherrlichung gegeben wird, nicht unbelohnt lassen wird. Diese Urkunde, welche heute den 9. Juni 1875 vor dem versammelten Volke vorgelesen wurde und vor der Einschließung in eine Kapsel unterzeichnet wurde, soll als ein ewiges Denkmal dem Grundstein beigelegt werden.

Die letzte intensive Außen- und Innenrenovation wurde 2013 durchgeführt. Mit der Sebastiansmesse am 22. Januar 2013 wurde die Kapelle offiziell kirchlich wiedereröffnet. Im weltlichen Sinne wurde durch ein geselliges Fest am 5. Mai 2013 eröffnet.

Nach einer halbjährigen Bautätigkeit erstrahlt das kleine denkmalgeschützte Kleinod wieder in neuem Glanz.
Die Putzschäden außen und innen sind ausgebessert, ein neuer Anstrich angebracht, die Wandsockel außen und die Bänke mit Fußboden wieder hergerichtet. Der Altar wurde aufgefrischt, ein neuer Läufer eingelegt.