Affalterried

Kapelle zur Heiligsten Dreifaltigkeit

Die Kapelle ist der heiligsten Dreifaltigkeit (Dreieinigkeit, Trinität - lat. trinitas) geweiht. Die heiligste Dreifaltigkeit ist das zentrale Glaubensgeheimnis des christlichen Glaubens und Lebens.

Die Kapelle in Affalterried besteht bereits seit über 200 Jahre und steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 2002 wurde ein großes Fest zum 200 jährigen Bestehen der Kapelle gefeiert.

Kirchlich gehört Affalterried schon immer zur Pfarrei Wasseralfingen. Weltlich gehörte Affalterried jedoch bis 1933 zur Gemeinde Fachsenfeld.

Die Kapelle wurde im Jahr 1802 erbaut, dies belegt ein Türsturz aus Stein. In diesen Stein sind die Buchstaben K.R. J.R. M.R. 1802 eingemeißelt.Dieser Türschutz befindet sich heute jedoch nicht mehr über der Eingangstüre. Er wurde bei Renovierungsarbeiten – wahrscheinlich 1947 – ausgebaut. Bei der Inschrift handelt des sich mit ziemlicher Sicherheit um die Namensabkürzungen von den Angehörigen der Stifterfamilie und zwar um Kasper Riecker, seinen Sohn Jakob Riecker und dessen Ehefrau Maria Anna Riecker. Sie besaßen das Anwesen an der Straßenecke gegenüber der Kapelle (heute Opferkuch).
Da die Kapelle auf einem Lehensgrundstück stand, hatte sie formell keinen Eigentümer. Bei der Allodifikation 1846 wurde die Teilgemeinde Affalterried in das Güterbuch Fachsenfeld eingetragen und somit auch die Kapelle. Dort blieb sie bis 1933. Rechtsnachfolgerin wurde die Gemeinde Wasseralfingen und 1975 die Stadt Aalen.

Die Unterhaltung der Kapelle wird mit Unterstützung der Stadt Aalen von den Affalterrieder Bürgern getragen. Sie renovierten die Kapelle 1947/48 und ließen wieder eine Glocke gießen als Ersatz für jene, die im Krieg zur Einschmelzung abgeliefert werden musste. Weitere Renovierungen fanden 1967 mit Hilfe der Stadt Wasseralfingen statt und 1985 ließ die Stadt Aalen den Außenputz erneuern. Zum 200-jährigen Jubiläum wurde die Kapelle von der Stadt Aalen nochmals renoviert.

Fast wäre Affalterried evangelisch geworden. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbte Hans Sigmund von Woellwart zu Fachsenfeld von seinen Laubacher Verwandten deren Ellwanger Lehensbesitz, darunter auch Affalterried. In Fachsenfeld hatte er auf eigene Kosten eine Kirche erbaut und 1569 die Reformation eingeführt. Diese sollten alle seine Untertanen annehmen, auch jene, deren Besitz der ellwangischen Lehenshoheit unterstand. Dagegen setzte sich Probst Wolfgang in Ellwangen zur Wehr, was Hans Sigmund von Woellwarth veranlasste, sich von diesen Untertanen eidlich versichern zu lassen, dass sie freiwillig in die evangelische Kirche gehen würden, wenn Hans Sigmund ihnen dies gegen den Probst zu Ellwangen ermögliche. Ob die Affalterrieder eine solche Versicherung abgegeben haben ist nicht bekannt. Auf jeden Fall setzte sich der Probst durch und Affalterried blieb katholisch.

Quelle: Johannes Hegele, Wasseralfinger Anzeiger